(c) Fotolia
Stacks of paperwork and files in the office: work overload, files management and administration concept

NEWS

Verfahrensflut bei den Staatsanwaltschaften steigt weiter

Zur Jahresmitte 2026 haben die Strafverfolger in einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung erstmals mehr als 1,1 Millionen offene Fälle gemeldet. Im Vergleich zum 30. Juni 2025 ist die Zahl der unerledigten Verfahren erneut um 125.700 Fälle oder 13 Prozent gestiegen. Seit dem Jahresende 2020, als bundesweit 709.367 offene Fälle in den Behörden lagen, ist der Aktenberg der Staatsanwaltschaften um 56 Prozent gestiegen. Auch die Eingangszahlen der Ermittler haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weiter auf 2,758 Millionen neue Fälle zugelegt. Das sind nochmals rund 52.000 mehr als im ersten Halbjahr 2025.

 

Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbunds (DRB), sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Rekordeingangszahlen und die immer höheren Aktenbestände der Staatsanwaltschaften müssen Anlass für die Landesregierungen sein, jetzt konsequent gegenzusteuern. Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals. Die Politik droht weiteres Vertrauen bei den Menschen einzubüßen, wenn sich der Eindruck einer Strafverfolgung nach Kassenlage verfestigt.“

 

Die Deutsche Richterzeitung berichtet in der Oktoberausgabe ausführlich über die Umfrageergebnisse in den einzelnen Bundesländern.

 

Bildquelle:

© Fotolia

DRiZ Redaktion